Ausgangslage
Ein Premium-OEM integriert Ladeprozesse aus Fahrzeugsicht: Fahrzeugdaten (CarData), Ladezustände und das Zusammenspiel von Fahrzeug, Ladepunkt und Backend. Im Feld trifft das Fahrzeug auf eine Vielzahl von Ladepunkten und Backends – und die verhalten sich nicht überall gleich.
Fehler aus dem Feld waren schwer reproduzierbar: Was an einer bestimmten Ladesäule mit einem bestimmten Backend auftritt, lässt sich am Schreibtisch kaum nachstellen. Gleichzeitig mussten Releases gegen mehrere Backends abgesichert werden, ohne jedes Szenario manuell durchzutesten.
Vorgehen
Aus unserem Test-Lab, das wir seit 2014 betreiben, entstand ein Testfall-Katalog mit über 250 Praxis-Testfällen – von der Authentifizierung über Ladeprofile bis zu Fehler- und Grenzfällen, wie sie im Feld tatsächlich auftreten.
Ladepunkte und Backends, die nicht physisch im Labor stehen, bilden Simulatoren ab. So lassen sich auch seltene Konstellationen gezielt herstellen: Verbindungsabbrüche mitten im Ladevorgang, unerwartete Statuswechsel, abweichende Protokoll-Interpretationen einzelner Hersteller.
Der Testfall-Katalog wurde an die CI-Pipeline des OEM angebunden. Releases laufen seitdem automatisiert gegen die relevanten Szenarien und mehrere Backends – bevor sie ein Fahrzeug im Feld erreichen.
Ergebnis
Feldfehler lassen sich heute reproduzierbar im Labor nachstellen, statt sie im Feld einzukreisen. Releases gehen abgesichert raus – geprüft gegen reale Testfälle statt gegen Annahmen.
Aus dem ersten Projekt ist eine langjährige Zusammenarbeit geworden: Seit 2011 begleiten wir den OEM bei Fahrzeugdaten- und Ladeintegrationsthemen – von frühen Pilotflotten bis zu Systemen im Serienumfeld.
Eingesetzte Bausteine
Test-Lab mit realen Ladepunkten (seit 2014), Testfall-Katalog mit 250+ Praxis-Testfällen, Ladepunkt- und Backend-Simulatoren sowie CI-Integration in die Toolchain des OEM.