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Backend-Wechsel im Depot – ohne Ladestopp

Ein Depot-Betreiber in Süddeutschland musste sein Alt-CPMS ablösen, während Busse und LKW jede Nacht geladen werden mussten. Der Wechsel gelang ohne Unterbrechung des Ladebetriebs.

Segment Busse & LKW im Depot
Protokolle OCPP 1.6J / 2.0.1
Betriebsmodell On-Premises
Rolle Assessment, Konzeption & Umsetzung

Ausgangslage

Ein Depot-Betreiber in Süddeutschland lädt seine Busse und LKW über Nacht auf dem Betriebshof. Das eingesetzte CPMS stand vor dem Vertragsende, wichtige Funktionen fehlten – der Anbieterwechsel war beschlossen. Nur: Die Fahrzeuge mussten jede Nacht weiter geladen werden, ein Stillstand des Ladebetriebs kam nicht in Frage.

Ein direkter Umstieg – alle Ladepunkte an einem Stichtag auf das neue Backend umziehen – hätte genau dieses Risiko bedeutet: Wenn nach der Umschaltung etwas nicht funktioniert, stehen morgens Fahrzeuge ohne ausreichende Ladung im Depot.

Vorgehen

Am Anfang stand ein Assessment der Bestandslandschaft: Welche Ladepunkte sprechen welche OCPP-Version, welche Konfigurationen und Sonderfälle gibt es, welche Prozesse hängen am Alt-System? Daraus entstand ein Migrationsplan in Gruppen statt eines Stichtags.

Anschließend haben wir den OCPP Broker als Entkopplungsschicht zwischen Ladepunkten und Backend gesetzt. Die Ladepunkte verbinden sich seitdem mit dem Broker – welches Backend dahinter antwortet, ist eine Routing-Entscheidung. Das neue Backend wurde zunächst als Schatten-System angebunden: Es erhielt dieselben OCPP-Nachrichten wie das Alt-System, ohne den Betrieb zu beeinflussen.

Im Vergleichsbetrieb ließ sich prüfen, ob das neue Backend alle Abläufe korrekt abbildet – von der Autorisierung bis zum Ende des Ladevorgangs. Erst danach wurden die Ladepunkte gruppenweise umgeschaltet, beginnend mit unkritischen Gruppen. Für jede Gruppe blieb der Rückweg zum Alt-System jederzeit offen.

Ergebnis

Der Wechsel gelang ohne Unterbrechung des Ladebetriebs: Es gab keinen Zeitpunkt, an dem die Fahrzeuge im Depot nicht geladen werden konnten. Die Rollback-Fähigkeit blieb bis zur letzten umgeschalteten Gruppe erhalten – sie wurde nicht gebraucht, aber sie war da.

Der Betreiber besitzt heute die Entkopplungsschicht selbst. Der nächste Backend-Wechsel – ob aus Vertrags-, Funktions- oder Kostengründen – ist damit kein Großprojekt mehr, sondern eine Routing-Entscheidung. Ein Lock-in an einen Backend-Anbieter besteht nicht mehr.

Eingesetzte Bausteine

OCPP Broker als Entkopplungsschicht mit Multi-Backend-Routing und Schatten-Anbindung, ergänzt um Assessment und Migrationsbegleitung aus unseren Leistungen. Der Broker läuft On-Premises beim Betreiber und verbleibt dauerhaft in dessen Besitz.

Entscheidend war für uns, dass die Fahrzeuge jeden Morgen einsatzbereit sind. Das war während der gesamten Migration an keinem Tag ein Thema.

Technischer Leiter des Betreibers